Wie eine Lasertherapie das intime Wohlgefühl zurückbringen kann

Jede zweite Frau in den Wechseljahren hat mit Beschwerden wie Juckreiz, Trockenheit oder Brennen in der Scheide zu kämpfen. Gynäkologen, darunter Dr. Eva-Maria Robel in Markkleeberg, setzen hier auf eine spezielle Therapie.

Sabine* (52) fühlt sich fit, aktiv und voller Lebensfreude. Doch eine Veränderung in den letzten Jahren hatte ihr zunehmend zugesetzt: Beschwerden im Intimbereich. Mit Ende 40 bemerkte sie erste Veränderungen. „Ich hatte zunehmend Schmerzen, besonders beim Verwenden von Tampons. Auch Sex wurde unangenehm – es fühlte sich an wie ein Reibeisen“, erzählt die dreifache Mutter aus Markleeberg. „Mein Mann und ich sind seit über 35 Jahren zusammen, wir sind viel unterwegs, reisen, gehen wandern. Ein erfülltes Liebesleben war uns immer wichtig. Doch als die Intimität zur Belastung wurde, hat uns das sehr mitgenommen.“


Das Bild zeigt Frau Dr. Eva-Maria Robel, Gynäkologin in der Frauenarztpraxis in Markkleeberg im Portrait.

Unsere Expertin

Dr. Eva-Maria Robel
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Schwerpunktbezeichnung spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Telefon (0341) 3 58 06 13
eva-maria.robel@sana.de


Ein weit verbreitetes Problem

Was Sabine erlebt hat, ist kein Einzelfall. Viele Frauen leiden in und nach den Wechseljahren unter vaginaler Trockenheit – eine Folge des sinkenden Östrogenspiegels. „Die Schleimhaut der Scheide wird dünner, weniger elastisch und schlechter durchblutet. Feuchtigkeit und Gleitfähigkeit gehen verloren, wodurch die Scheide berührungs- und schmerzempfindlicher wird – man spricht von vulvo-vaginaler Atrophie“, erklärt Dr. Eva Robel, Gynäkologin aus Markkleeberg. Das führt zu Symptomen wie Juckreiz, Trockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. „Allerdings erlebe ich in meiner Praxis, dass viele Frauen die Beschwerden hinnehmen und mit einem ‚Das ist nun mal so‘ abtun“, sagt Dr. Robel. „Das muss nicht sein, denn ein erfülltes Sexualleben ist ein wichtiger Teil unserer Lebensqualität. Meine erste Empfehlung ist daher: Ab 50 sollte Gleitgel in der Nachttischschublade zur Unterstützung bereit liegen.“

Zusätzlich gibt es hormonfreie oder hormonhaltige Cremes und Zäpfchen, die Linderung verschaffen können. Doch nicht jede Frau möchte oder kann Hormone anwenden – etwa nach einer Brustkrebserkrankung.

Auch Sabine testete verschiedene Methoden, die jedoch nur kurzzeitig halfen oder umständlich in der Anwendung waren. „‚ch wollte keine Hormone nehmen – wegen der möglichen Nebenwirkungen“, sagt sie. Schließlich stieß sie in Dr. Eva Robels Praxis auf eine vielversprechende Alternative: die Lasertherapie.

Wie funktioniert die Lasertherapie?

„Bei einer Laserbehandlung werden kurze, intensive Lichtimpulse in die Scheide abgegeben. Das regt die Durchblutung an und stimuliert Bindegewebszellen“, erklärt Dr. Robel. „Neue kollagene Fasern und Blutgefäße bilden sich, die das Gewebe wieder elastischer, besser befeuchtet und widerstandsfähiger machen – man kann sich das vorstellen, wie einen ausgetrockneter Schwamm, der Wasser aufnimmt.“

Für ein optimales Ergebnis sind drei bis vier Behandlungen im Abstand von etwa vier Wochen nötig. „Eine Sitzung dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Vorher wird eine betäubende Creme aufgetragen, sodass die Behandlung nahezu schmerzfrei ist“, erklärt die Frauenärztin. „Bedeutsame Nachwirkungen gibt es nicht, eine gewisse ‚Gewebeunruhe‘ ist nach zwei bis drei Tagen wieder vorbei und die meisten Frauen berichten bereits nach der ersten oder zweiten Sitzung von einer spürbaren Besserung“, so die Expertin.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Therapie ist ohne Narkose oder Nachbehandlung ambulant durchführbar. Nebenwirkungen treten kaum auf. Und da die Lasertherapie ohne Hormone funktioniert, ist sie auch für Frauen geeignet, die aufgrund von Erkrankungen, wie zum Beispiel nach einer Behandlung von Brustkrebs, unter vaginalen Beschwerden leiden. „Außerdem kann die Behandlung bei Bedarf jederzeit wiederholt werden, falls die Beschwerden zurückkehren“, ergänzt Dr. Eva Robel. Ein weiterer Pluspunkt: Auch Frauen mit leichter Blasenschwäche profitieren oft von der verbesserten Gewebestruktur.

Sabines Erfahrung: „Es war, als hätte jemand das Gefühl zurückgebracht“

Sabine erinnert sich gut an die Tage nach der ersten Behandlung. „Die ersten ein, zwei Tage fühlten sich noch ein bisschen komisch an und dann merkte ich, wie es quasi ‚untenrum‘ arbeitete“, erinnert sie sich. Eine deutliche Verbesserung spürte sich nach der zweiten Sitzung: „Meine Scheide fühlte sich wieder geschmeidiger und fester an, ich hatte keine Reizungen mehr. Und Sex machte meinem Mann und mir wieder Spaß – das war eine unglaubliche Erleichterung!“

Heute, fast ein halbes Jahr nach der letzten Behandlung, ist sie immer noch begeistert: „Ich fühle mich endlich wieder wohl in meinem Körper.“ Einziger Wermutstropfen: Die Kosten werden bisher nicht von den Krankenkassen übernommen. Doch für Sabine war es jeden Euro wert: „Das Leben ist zu kurz, um es nicht zu genießen.“

 

 

*Name von der Redaktion geändert


Stand: 14.03.2025

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